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Welpenspielstunde?
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"Das braucht mein Welpe nicht, ich habe Hundeerfahrung", "Mein Welpe spielt mit den Nachbarshunden, das ist genug" solche und ähnliche Ansichten hört man immer wieder.
Schade eigentlich… |
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Mit dem Welpen in eine gut geführte Welpenschule/Welpenspielstunde zu gehen ist ein schönes Geschenk, das Sie Ihrem kleinen Vierbeiner und auch sich selbst machen können. Die Nachbarshunde mögen lieb und nett sein, aber hier lernt der Welpe nicht, mit gleichaltrigen gleichgroßen oder auch kleineren Hunden vorsichtig umzugehen. Hunde, die in keiner Welpenstunde waren, sind auffällig oft sehr rüpelig und grob, denn sie mussten sich gegen Nachbars Bello ja meist mit aller Kraft durchsetzen, oder auffallend ängstlich im Umgang mit anderen Hunden, einfach aus Mangel an positiven Erfahrungen. Der Besuch in einer guten Hundeschule hilft Ihrem neuen Familienmitglied gelassener mit seiner Umwelt umzugehen. Sie selbst werden, auch wenn der Welpe nicht erster Hund ist, viel neues erfahren. Sie treffen Gleichgesinnte und lernen Ihren Liebling richtig zu erziehen.
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Nur wie erkenne ich, ob eine Hundeschule gut geführt ist oder nicht?
Es sollte nicht nur gestattet, sondern ausdrücklich erwünscht sein, dass Sie Ihre Familie zu den Spielstunden mitnehmen. Gute Gruppenleiter/innen haben ein echtes Interesse daran zu erfahren, wer alles mit dem Welpen zu tun hat und wer wie mit ihm umgeht. |
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Die Welpenspielgruppe darf nicht nur auf der grünen Wiese stattfinden, sondern es sollte einen abwechslungsreichen Spielplatz geben mit verschiedenen Untergründen, Ballpool, Wackel-brücken, Gitterrosten, wehenden Bändern, klappernden Dosen, im Sommer einem Planschbecken und anderen taktilen, optischen und akustischen Reizen, damit der Hund lernt, mit den verschiedensten Situationen gelassen umzugehen. Die Welpen sollten als ganze Gruppe im Lauf der Wochen auch mindestens einmal an einen belebten Platz gehen, z.B. den Bahnhof, Marktplatz oder ähnliches, hier natürlich an Brustgeschirr und Leine. Auch ein Waldspaziergang, allerdings ohne Leine, sollte auf dem Programm stehen.
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Lange Übungssequenzen für Grundkommandos überanstrengen die Welpen. Übungen sollten kurz gehalten werden, das Erlernen von gutem Sozialverhalten muss im Vordergrund stehen. Das Erlernen von Kommandos darf NIE mit Zwang oder Druck geschehen. Die Welpen sollen begeistert mitmachen! Die Gruppenleiter/innen müssen für alle Fragen offen sein. Lassen Sie sich nie mit einem "das haben wir schon immer so gemacht" abspeisen! Hinterfragen Sie so lange, bis Sie zufrieden sind! Gute Gruppenleiter/innen freuen sich über Fragen, denn es zeigt, dass Sie, die neuen Hundebesitzer, alles richtig machen möchten. Welpengruppen sind keine Massenveranstaltungen! Mehr als 8 Welpen sollten auf keinen Fall in einer Gruppe sein, sonst kann auf keinen Hund und keinen Menschen mehr individuell eingegangen werden und es können Zwischenfälle passieren, die keiner richtig bemerkt, die beim Hund aber einen ernsten körperlichen und/oder psychischen Schaden anrichten. Bei 8 Welpen sollten es mindestens zwei Gruppenleiter/innen sein, damit der Überblick behalten wird. |
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"Nie einmischen, Welpen regeln alles untereinander" ist ein gefährlicher Irrtum! Auch Hundebabys müssen spielen erst lernen und wenn es zu heftig wird, dann müssen sie auch mal getrennt werden, bis sich die Hitzköpfe wieder beruhigt haben. Im Kindergarten schauen wir ja auch nicht teilnahmslos zu, wenn sich die Kleinen gegenseitig die Eimerchen auf den Kopf hauen!Schüchterne Welpen müssen auf dem Arm oder Schoß bleiben und das Tempo ihrer Kontaktaufnahme mit den anderen Hunden selber bestimmen dürfen, um in Ruhe Vertrauen fassen zu können. Einen schüchternen Welpen mit "da muss er durch" einfach ins Gewühl zu setzen ist die "beste" Voraussetzung für eine baldige massive Verhaltensstörung. Gute Gruppenleiter/innen erkennen, wann es einem Welpen zuviel wird und er erstmal Abstand haben sollte. Erwachsene Hunde haben in einer Welpen-spielstunde nichts verloren. Welpen spielen in Anwesenheit älterer Hunde gehemmter miteinander und können sich nicht so frei entfalten, wenn sie ständig darauf achten müssen, was der Große zu ihrem Benehmen sagt. Ausnahmen können gemacht werden, wenn dieser ältere Hund sehr verträglich ist und gleichzeitig ein nicht alltägliches Aussehen hat, z.B. eine sehr kurze Nase wie Mops oder Bulldogge. Welpen sollten auch Erfahrungen mit völlig anders aussehenden Hunden machen können, denn durch die kurze Nase röcheln diese Hunde oft sehr stark und die Welpen lernen so, dass das kein Knurren mit hochgezogenen Lefzen ist, sondern ein normaler Laut, den der Hund von sich gibt.
Sätze wie "Da haben Sie aber einen dominanten Welpen!" oder "Das ist ein Alphawelpe" sollten Sie stutzig werden lassen! Es gibt keine "Alphawelpen" und keine generell "dominanten" Hunde, auch wenn es immer wieder zu lesen und zu hören ist. Meist sind solche Äußerungen nur Rechtfertigungen für harte Erziehungsmethoden.
Wenn Ihnen geraten wird, einen Welpen zur Bestrafung am Nacken zu schütteln, nehmen Sie bitte Ihr Hundebaby und verlassen den Veranstaltungsort! Bei solchen Aussagen sind Sie auf einem Mittelalter-Hundeplatz gelandet und das brauchen weder Hund noch Mensch!
Auch Bewerfen mit Klapperdosen oder Bespritzen mit Wasserpistolen, wenn der Welpe nicht das macht, was Sie wollen, ist absolut tabu! (Kommt aber leider immer noch in Gruppen vor!)
Vertrauen Sie Ihrem Bauch, auch Sie müssen sich in der Hundeschule wohl fühlen! Nur wenn Sie das Gefühl haben, dass alles so ist, wie Sie es sich vorgestellt haben, dann sind Sie richtig dort. Lieber keine Spielstunde besuchen als eine schlechte, denn negative Erfahrungen, besonders in der sensiblen Welpenzeit, bleiben lange im Hundehirn haften und können für jahrelange Probleme sorgen. Am besten schauen Sie sich die Hundeschule schon an, bevor Sie Ihren Welpen haben. Gute Schulen freuen sich über Ihr Interesse und lassen Sie gerne zuschauen! |
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